Kindersicherung in iOS 27: Bildschirmzeit, Ask to Browse und Kommunikationssicherheit
Mit dem im September 2026 veröffentlichten Update auf iOS 27 verändert Apple die Möglichkeiten, mit denen Eltern die iPhone-Nutzung ihrer Kinder kontrollieren können. Statt sich hauptsächlich auf ein tägliches Zeitlimit zu verlassen, können Familien nun festlegen, welche Apps zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sind, neue Websites vor dem Aufrufen genehmigen und Kinder besser vor ungeeigneten Bildern oder Videos schützen. Die Neuerungen betreffen die Bildschirmzeit (Screen Time), die neue Funktion Ask to Browse und die erweiterte Kommunikationssicherheit (Communication Safety). Dieser Artikel erklärt, wie die einzelnen Funktionen arbeiten, wo sich die Einstellungen befinden und welche Einschränkungen Eltern kennen sollten.
Was hat sich bei der Bildschirmzeit unter iOS 27 geändert?
Die Bildschirmzeit wurde stärker auf den Tagesablauf von Kindern ausgerichtet, anstatt lediglich verschiedene Einschränkungen unabhängig voneinander anzubieten. In den Einstellungen können Eltern oder Erziehungsberechtigte innerhalb der Familienfreigabe das Profil ihres Kindes auswählen und Informationen zur Nutzungsdauer, zu häufig verwendeten Apps sowie Schnellzugriffe auf wichtige Einstellungen einsehen. Die überarbeiteten Funktionen stehen zur Verfügung, sobald die Kindersicherungseinstellungen der Familie aktualisiert wurden. Es reicht daher nicht aus, lediglich iOS 27 auf einem einzelnen iPhone zu installieren. Familien sollten zunächst überprüfen, ob ihre Geräte und die vorhandenen Kindersicherungseinstellungen die neuen Funktionen unterstützen.
Die richtige Einrichtung der Familienaccounts bildet dabei die Grundlage. Kinder sollten einen eigenen Apple Account besitzen, der als Kinderaccount eingerichtet und in die Familienfreigabe aufgenommen wurde. Die Verwendung des Accounts eines Elternteils ist dafür nicht vorgesehen. Laut Apple setzt die aktualisierte Kindersicherung voraus, dass alle entsprechenden Geräte innerhalb der Familiengruppe mit Version 27 ihres jeweiligen Betriebssystems ausgestattet sind. Dazu gehören gegebenenfalls auch iPadOS, macOS, watchOS und visionOS. Anschließend müssen die Einstellungen der Kindersicherung aktualisiert werden. Falls ein älteres Gerät nicht auf die erforderliche Version aktualisiert werden kann, lässt sich die bisherige Bildschirmzeitverwaltung weiterhin verwenden oder direkt auf dem Gerät des Kindes anpassen.
Eine der wichtigsten Neuerungen sind die Bildschirmzeit-Zeitpläne. Eltern können bestimmen, welche App-Kategorien vor der Schule, während des Unterrichts, nach Schulschluss und zu anderen Tageszeiten zugänglich sind. Für Wochentage und Wochenenden lassen sich unterschiedliche Regeln erstellen. Zusätzliche Zeitfenster können beispielsweise für Sportvereine, Musikunterricht oder Besuche bei den Großeltern eingerichtet werden. Anders als bei einer vollständigen Gerätesperre ermöglichen solche Zeitpläne eine gezielte Steuerung. Spiele können beispielsweise vormittags um 9 Uhr gesperrt bleiben, während Anwendungen für den Schulunterricht weiterhin verfügbar sind.
So richten Sie Zeitpläne, Zeitkontingente und Ausnahmen ein
Um einen Tagesablauf auf dem iPhone eines Elternteils einzurichten, öffnen Sie die Einstellungen, wählen Familie und anschließend das entsprechende Kind aus. Tippen Sie danach auf Bildschirmzeit-Zeitplan. Aktivieren Sie die Funktion, wählen Sie Zeitplan hinzufügen und legen Sie die gewünschten Wochentage fest. Anschließend können Sie einzelne Zeitfenster erstellen und bearbeiten. Für jedes Zeitfenster lassen sich eine Bezeichnung, die Anfangs- und Endzeit sowie die erlaubten App-Kategorien festlegen. Auf diese Weise können Spiele während der Schulzeit eingeschränkt und nach Unterrichtsschluss wieder freigegeben werden.
Die Zeitkontingente erfüllen einen anderen Zweck: Sie bestimmen, wie lange ein Kind bestimmte Anwendungen nutzen darf. Öffnen Sie dazu die Familieneinstellungen des Kindes, wählen Sie Zeitkontingente und erstellen oder ändern Sie die Nutzungsbudgets für Unterhaltung, Spiele und soziale Medien. Apple stellt altersbezogene Empfehlungen als Ausgangspunkt bereit. Diese dienen jedoch lediglich zur Orientierung und stellen keine verbindlichen medizinischen Richtwerte dar. Eltern können sowohl ein gemeinsames tägliches Zeitbudget als auch individuelle Kontingente für einzelne Kategorien festlegen und mit den Bildschirmzeit-Zeitplänen abstimmen. Eine wöchentliche Überprüfung hilft dabei, die festgelegten Grenzen an Schulaufgaben, Freizeit und Schlafenszeiten anzupassen.
Für besondere Situationen bietet iOS 27 zusätzliche Flexibilität. Über die Schnellsteuerung können Eltern die Nutzung der meisten Gerätefunktionen vorübergehend unterbrechen, zeitweise unbegrenzte Nutzungsdauer gewähren oder den Tagesplan ändern. Die Option Unbegrenzte Zeit wird nicht auf das reguläre Zeitkontingent angerechnet. Deshalb sollten Eltern nach besonderen Anlässen wieder zu den üblichen Einstellungen zurückkehren. Im Bereich Immer erlaubt bleiben wichtige Anwendungen und ausgewählte Kontakte auch dann erreichbar, wenn andere Beschränkungen aktiv sind. Apple zählt Telefon, Nachrichten, FaceTime und Karten zu den standardmäßig vorgesehenen wichtigen Anwendungen. Zusätzlich empfiehlt sich ein Bildschirmzeit-Code, den das Kind nicht kennt. Die Nutzungsübersicht sollte regelmäßig gemeinsam besprochen werden, denn die angezeigte Bildschirmzeit allein sagt noch nicht aus, ob die Mediengewohnheiten eines Kindes gesund sind.
Ask to Browse: Zustimmung vor dem Besuch einer neuen Website
Ask to Browse gehört zu den auffälligsten Neuerungen von iOS 27. Möchte ein Kind eine bisher nicht genehmigte Website besuchen, muss es zunächst die Erlaubnis eines Elternteils einholen, anstatt die Seite sofort öffnen zu können. Eine einmal genehmigte Website bleibt in der Liste erlaubter Websites gespeichert, bis ein Elternteil sie wieder sperrt. Die Funktion arbeitet mit Safari und unterstützten Browsern anderer Anbieter auf iPhone, iPad und Mac zusammen, sofern die neuen Bildschirmzeiteinstellungen aktiviert wurden. Ask to Browse darf nicht mit Ask to Buy verwechselt werden. Während Ask to Buy die Genehmigung von App-Downloads und Käufen betrifft, regelt Ask to Browse den Zugriff auf Websites.
Bei Kindern unter 13 Jahren mit einem Kinderaccount ist Ask to Browse standardmäßig aktiviert. Die Einstellung Nicht jugendfreie Websites beschränken ist normalerweise für Kinder unter 18 Jahren eingeschaltet. Die genauen Altersgrenzen und Möglichkeiten zur Änderung der Einstellungen können jedoch je nach Land oder Region unterschiedlich sein. Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen den beiden Schutzmethoden. Bei der Einstellung Nur genehmigte Websites benötigen Kinder für nicht freigegebene Internetseiten eine ausdrückliche Erlaubnis. Die Option Nicht jugendfreie Websites beschränken versucht dagegen, Inhalte für Erwachsene herauszufiltern, lässt aber grundsätzlich mehr Freiheit beim Surfen. Kein automatischer Filter kann sämtliche Websites und Bilder immer zuverlässig beurteilen.
Gerade für jüngere Kinder bietet eine Liste genehmigter Websites eine übersichtlichere und besser kontrollierbare Internetnutzung als uneingeschränktes Surfen. Eltern können beispielsweise die Website der Schule, den Onlinekatalog einer öffentlichen Bibliothek und ausgewählte Lernangebote bereits im Voraus freigeben. Dadurch entstehen weniger unnötige Unterbrechungen, denn ein Kind sollte bei seinen Hausaufgaben nicht jedes Mal auf eine neue Genehmigung warten müssen, wenn es eine vertrauenswürdige Informationsquelle aufruft. Mit zunehmendem Alter können Eltern und Kinder die Freigabeliste gemeinsam überprüfen und entscheiden, ob eine weniger strenge Filterung angemessen ist.
Websites genehmigen, ablehnen oder dauerhaft sperren
Um die Websiteberechtigungen einzurichten, öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf Familie und wählen den Namen des Kindes aus. Navigieren Sie anschließend zu Apps & Websites, Beschränkungen und Filterung im Bereich Websites. Mit der Einstellung Nur genehmigte Websites aktivieren Sie die Zugriffskontrolle über individuelle Freigaben. Die Option Nicht jugendfreie Websites beschränken erlaubt eine weniger eingeschränkte Internetnutzung, während Uneingeschränkt diese Filterung deaktiviert. Der Familienorganisator oder eine als Elternteil beziehungsweise erziehungsberechtigte Person eingetragene erwachsene Person sollte außerdem in der Kontaktliste des Kindes gespeichert sein, damit Genehmigungsanfragen zuverlässig zugestellt werden können.
Wenn ein Kind eine neue, noch nicht freigegebene Website aufrufen möchte, erhält der zuständige Erwachsene eine Nachricht mit der entsprechenden Internetadresse. Die Anfrage lässt sich direkt auf dem eigenen iPhone, iPad oder Mac genehmigen oder ablehnen. Befindet sich ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind am Gerät, kann die Freigabe alternativ durch Eingabe des Bildschirmzeit-Codes erfolgen. Eine erteilte Genehmigung bleibt anschließend bestehen und gilt nicht nur für die aktuelle Browsersitzung. Wird die Anfrage abgelehnt, erhält das Kind eine entsprechende Mitteilung. Unbeantwortete Anfragen verfallen nach 24 Stunden und müssen danach erneut gestellt werden.
Eine Genehmigung muss allerdings nicht dauerhaft bestehen bleiben. Eltern können die Einstellungen öffnen, unter Familie das entsprechende Kind auswählen, zum Bereich Apps & Websites wechseln und eine zuvor genehmigte Website wieder sperren. Die Websitekontrolle gilt für Safari und unterstützte Browser, erfasst aber nicht zwangsläufig jeden Dienst, der innerhalb einer App Internetinhalte anzeigt. Deshalb sollten Eltern die Browserbeschränkungen mit altersgerechten App-Freigaben und regelmäßigen Gesprächen über verdächtige Websites kombinieren. Besonders wichtig ist es, Kindern zu erklären, warum sie unbekannte Internetadressen kritisch prüfen und persönliche Informationen nicht leichtfertig weitergeben sollten.

Kommunikationssicherheit: Welche Inhalte iOS 27 erkennen und blockieren kann
Die Funktion Kommunikationssicherheit unterstützte Kinder bereits dabei, unerwartet empfangene Nacktbilder und entsprechende Videos nicht ungeschützt ansehen zu müssen. Unter iOS 27 werden die Prüfungen auf erkannte Gewaltdarstellungen und blutige Inhalte ausgeweitet. Unterstützte Anwendungen machen entsprechende Bilder oder Videos zunächst unkenntlich und zeigen eine Warnung an, bevor der Inhalt betrachtet werden kann. Gleichzeitig erhalten Kinder Hinweise darauf, wie sie Hilfe bekommen können. Auf iPhone und iPad umfasst der Schutz unter anderem Nachrichten, AirDrop, Kontaktposter, geteilte Fotoalben, bestimmte FaceTime-Funktionen sowie einige Möglichkeiten zum Teilen von Fotos in Apps anderer Anbieter.
Ein wichtiger Aspekt ist der Datenschutz: Die Prüfung der Inhalte erfolgt direkt auf dem Gerät des Kindes. Apple erhält nach eigenen Angaben nicht automatisch das betreffende Bild oder Video und wird auch nicht darüber informiert, dass eine Warnung erschienen ist. Allerdings kann das System den vollständigen Zusammenhang einer Unterhaltung nicht beurteilen. So können beispielsweise historische Fotografien, Nachrichtenbilder oder Illustrationen eine Erklärung durch einen Erwachsenen erfordern. Eltern sollten ihren Kindern deshalb vermitteln, dass eine Warnmeldung zunächst zur Vorsicht auffordert. Sie bedeutet nicht automatisch, dass die Person, die den Inhalt verschickt hat, etwas Böswilliges beabsichtigte.
Die Kommunikationssicherheit ist bei Kindern unter 18 Jahren standardmäßig aktiviert, sofern die entsprechenden altersabhängigen Einstellungen von Apple gelten. Ist ein Bildschirmzeit-Code eingerichtet, benötigen Kinder unter 13 Jahren normalerweise die Eingabe dieses Codes durch einen Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person, bevor sie sensible Inhalte ansehen können. Regionale Altersvorgaben können davon abweichen. Eine neue Vorschaufunktion in iOS 27 ermöglicht es Erwachsenen, mithilfe eines Schiebereglers zunächst nur begrenzte Bildbereiche sichtbar zu machen, statt sofort das gesamte Bild anzusehen. Kinder sollten außerdem wissen, dass sie unangenehme Unterhaltungen verlassen, Absender blockieren und sich an eine vertraute erwachsene Person wenden können. Diese Schutzmaßnahmen beziehen sich auf erkannte sensible Medieninhalte und ersetzen keinen umfassenden Schutz vor Mobbing oder problematischen Textnachrichten.
Kommunikationssicherheit einrichten und Kontakte verwalten
Eltern können die Funktion überprüfen, indem sie die Einstellungen öffnen, Familie auswählen, auf den Namen des Kindes tippen und anschließend Kommunikationssicherheit aufrufen. Falls die Funktion noch nicht eingeschaltet ist, kann sie dort aktiviert werden. Außerdem empfiehlt es sich, die verfügbaren Informationen zur Sicherheit von Kindern gemeinsam durchzugehen. Zum Ändern der Einstellungen kann die Eingabe des Bildschirmzeit-Codes erforderlich sein. Familien sollten verstehen, wie das iPhone auf erkannte sensible Inhalte reagiert und welche Anwendungen unterstützt werden. Trotz automatischer Schutzmaßnahmen ist eine einfache gemeinsame Regel sinnvoll: Belastende Bilder sollten nicht weitergeleitet werden. Wenn eine Nachricht Angst, Unsicherheit oder Druck auslöst, sollte das Kind mit einer vertrauenswürdigen Person darüber sprechen können.
Weitere Einstellungen bestimmen, mit welchen Personen ein Kind über Telefon, Nachrichten und FaceTime kommunizieren darf. Öffnen Sie dazu Familie, wählen Sie das Kind und anschließend Erlaubte Kontakte aus. Im Bereich Während der Bildschirmzeit stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, darunter Nur Kontakte, Kontakte und Gruppen mit mindestens einem Kontakt sowie Alle. Eltern können Kontakte verwalten aktivieren, bestimmte Personen genehmigen und die Option Kontaktbearbeitung erlauben deaktivieren, wenn neue Kontakte zunächst bestätigt werden sollen. Wichtige Bezugspersonen können weiterhin erreichbar bleiben, selbst wenn ein Bildschirmzeit-Zeitplan andere Anwendungen vorübergehend einschränkt.
Bevor Eltern sich vollständig auf die automatischen Warnmeldungen verlassen, sollten sie deren Grenzen kennen. Laut den ausführlichen Apple-Hinweisen erfasst die Erkennung von Gewaltdarstellungen und blutigen Inhalten FaceTime-Videonachrichten, jedoch keine laufenden FaceTime-Videoanrufe. Andere Prüfungen der Kommunikationssicherheit können während solcher Anrufe dennoch greifen. Außerdem werden nicht sämtliche Messenger anderer Anbieter und nicht alle problematischen Nachrichtenarten überprüft. Auch die automatische Bilderkennung kann ungeeignete Inhalte übersehen. Ein sinnvoller Ansatz im Jahr 2026 besteht deshalb darin, drei Schutzfunktionen miteinander zu kombinieren: Bildschirmzeit-Zeitpläne für die zeitliche Steuerung der iPhone-Nutzung, Ask to Browse für den Zugriff auf unbekannte Websites und Kommunikationssicherheit zum Schutz vor sensiblen Bildern und Videos. Eltern sollten die Einstellungen regelmäßig an die Entwicklung ihres Kindes anpassen und eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre schaffen. Schließlich kann ein Smartphone nicht jede schwierige Situation selbstständig richtig beurteilen.