Proton Drive: So erstellst du 2025 einen privaten Cloud-Speicher für Dokumente und Handyfotos
Persönliche Dateien auf dem Smartphone zu behalten, ist bequem – bis etwas schiefgeht: Das Gerät geht verloren, der Speicher ist voll oder die Galerie synchronisiert plötzlich mit einem Dienst, den du nie nutzen wolltest. Proton Drive ist ein Schweizer Cloud-Speicherdienst, der auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt. Das bedeutet: Deine Dateien werden auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie hochgeladen werden. Praktisch ist das eine Möglichkeit, Dokumente und Fotos so zu speichern, dass sie für dich verfügbar bleiben, aber für alle anderen – einschliesslich des Anbieters – unlesbar sind.
Warum Proton Drive gut für ein „privacy-by-default“ Handy-Backup geeignet ist
Der wichtigste Unterschied bei Proton Drive ist der Umgang mit Verschlüsselung. Dateien und Fotos sind durch clientseitige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt – die lesbare Version deiner Daten liegt also nicht auf den Servern des Anbieters. Das ist besonders relevant, wenn du Scans von Reisepässen, Verträgen, medizinischen Schreiben, Steuerunterlagen oder Familienfotos sicherst – also Informationen, die du nicht analysieren, profilieren oder im Fall eines Datenlecks offengelegt sehen willst.
Proton hat seinen Sitz in der Schweiz und arbeitet unter dem Schweizer Datenschutzrecht. Das ist kein „Wundermittel“, aber es schafft einen praktischen rechtlichen Rahmen, der sich von Regionen unterscheidet, in denen umfangreiche Datenabfragen häufiger sind. Für die meisten Nutzer ist der Nutzen simpel: Cloud-Komfort, ohne dem Anbieter die Möglichkeit zu geben, Inhalte einzusehen.
Ein weiterer Vorteil im Alltag: Proton Drive ist auch für grosse Dateien ausgelegt. Hochauflösende Fotobibliotheken und umfangreiche PDFs lassen sich speichern, ohne dass du komplizierte Umwege brauchst. Wenn dein Smartphone dein Hauptgerät ist, zählt das – besonders, wenn du regelmässig Dokumente scannst oder viele Fotos und Videos aufnimmst.
Was „Ende-zu-Ende verschlüsselter Speicher“ im Alltag wirklich bedeutet
Im Alltag verändert dieser Ansatz vor allem das Risiko. Selbst wenn jemand Zugriff auf Serverdaten erlangen würde, wären dort nur verschlüsselte Inhalte zu sehen – nicht der Inhalt deiner Fotos, nicht der Text in Dokumenten, nicht die verständliche Version deiner Uploads. Du musst dein Konto natürlich trotzdem schützen, aber der Anbieter hält keine lesbaren Kopien vor.
Gleichzeitig solltest du die Kontosicherheit ernst nehmen, weil du dich nicht in gleicher Weise auf „Zurücksetzen“ verlassen kannst wie bei klassischen Diensten. Ein starkes Passwort, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine vertrauenswürdige Wiederherstellungsmethode sind keine Extras, sondern Teil des Sicherheitskonzepts.
Ausserdem wirkt sich das auf das Teilen von Dateien aus. Proton Drive ermöglicht Freigabelinks, die du mit einem Passwort schützen und mit einem Ablaufdatum versehen kannst. Das ist hilfreich, wenn du ein Dokument an eine Anwältin, einen Vermieter oder einen Kunden senden musst, der Link aber nicht unbegrenzt gültig sein oder unkontrolliert weitergeleitet werden soll.
Proton Drive auf dem Smartphone einrichten – für Foto- und Dokumentenschutz
Starte mit der Proton-Drive-App auf Android oder iOS und melde dich mit deinem Proton-Konto an. Der wichtigste Schritt für Smartphone-Nutzer ist das Aktivieren des Foto-Backups. Diese Funktion lädt Fotos automatisch in Originalqualität hoch – und verschlüsselt sie vor dem Upload. So schützt du deine Galerie, ohne dich auf die Standard-Einstellungen deines Foto-Dienstes verlassen zu müssen.
Wenn du das Foto-Backup aktivierst, solltest du das am besten im WLAN und mit ausreichend Akku tun – besonders, wenn deine Mediathek gross ist. Der erste Abgleich kann länger dauern, weil zunächst alles hochgeladen wird. Danach läuft die Sicherung in der Regel deutlich reibungsloser und ergänzt neue Fotos fortlaufend.
Dokumente kannst du manuell vom Smartphone hochladen, E-Mail-Anhänge in Drive speichern oder gescannte PDFs in einen eigenen Ordner verschieben. Sinnvoll ist es, „Ausweise“, „Wohnen“, „Finanzen“ und „Verwaltung“ sauber zu trennen, damit du unterwegs schnell findest, was du brauchst.
Eine einfache Ordnerstruktur, die langfristig funktioniert
Ein privater Cloud-Speicher wird schnell unübersichtlich, wenn alles in einem einzigen Bereich landet. Für viele funktioniert diese Struktur gut: Fotos (automatisch), Dokumente und innerhalb von Dokumente die Bereiche Ausweise, Finanzen, Gesundheit, Wohnen, Reisen und Arbeit. Je einfacher und vorhersehbarer, desto besser – besonders, wenn du ein Dokument dringend am Schalter oder am Flughafen brauchst.
Für sensible Unterlagen hilft eine eindeutige Dateibenennung, die auch ausserhalb der App Sinn ergibt. Beispiele: „Reisepass_Nachname_2025.pdf“ oder „Mietvertrag_2024-2026.pdf“. Falls du deine Daten irgendwann exportierst oder umziehst, reduzieren klare Namen Verwechslungen und Fehler.
Wenn du Dateien teilst, lege dafür einen eigenen Ordner „Geteilt“ an und arbeite dort mit Kopien. So bleiben deine Originale unangetastet, und du minimierst das Risiko, aus Versehen die falsche Version zu verschicken. Ausserdem kannst du leichter prüfen, was du freigegeben hast, und Zugriffe bei Bedarf wieder entziehen.

Den privaten Cloud-Speicher 2025 sicher und alltagstauglich halten
Sicherheit besteht nicht nur aus Verschlüsselung, sondern auch aus Nutzung. Aktiviere auf deinem Smartphone – wenn verfügbar – biometrischen Schutz oder eine PIN für Proton Drive. So verringerst du das Risiko, dass jemand die App öffnet, wenn er kurz Zugriff auf ein entsperrtes Gerät hat.
Aktiviere als Nächstes die Zwei-Faktor-Authentifizierung für dein Proton-Konto. Das gehört zu den effektivsten Massnahmen gegen Kontoübernahmen, die in der Praxis weiterhin zu den häufigsten Risiken zählen. Selbst starke Verschlüsselung hilft nicht, wenn sich jemand als du anmelden kann – daher ist Kontoschutz gleichbedeutend mit Datenschutz.
Praktisch solltest du auch Offline-Zugriff einplanen. Wenn du viel reist oder oft instabiles Netz hast, markiere eine kleine Auswahl wichtiger Dokumente für die Offline-Verfügbarkeit (z. B. Reiseversicherung, Buchungsbestätigungen und Ausweisscans). Das hält dich handlungsfähig, ohne dass du aus Bequemlichkeit Dokumente unverschlüsselt in anderen Apps ablegst oder dir selbst per E-Mail schickst.
Typische Fehler vermeiden, wenn du auf privaten Speicher umsteigst
Der erste Fehler ist, privaten Speicher wie eine normale Cloud zu behandeln und schwache Passwörter weiterzuverwenden. Proton Drive reduziert das notwendige Vertrauen in den Anbieter – aber das funktioniert nur, wenn du dein Konto konsequent schützt. Nutze eine einzigartige, lange Passphrase und verwahre sie in einem seriösen Passwort-Manager.
Der zweite Fehler: Foto-Backup aktivieren, aber nie prüfen, ob es wirklich durchläuft. Bei jedem Cloud-Dienst können Berechtigungen, Akku-Optimierung und Hintergrundlimits die Synchronisation unterbrechen. Öffne nach der ersten Woche die App und kontrolliere, ob aktuelle Fotos wie erwartet erscheinen.
Der dritte Fehler ist, Wiederherstellung zu vernachlässigen. Ein System, das auf Privatsphäre ausgelegt ist, ist weniger nachsichtig, wenn du den Zugang verlierst. Stelle sicher, dass du deine Wiederherstellungsoptionen verstehst und alle nötigen Informationen sicher aufbewahrst – das erspart später echte Probleme.